Planen Sie Ihre Planungen?

In meinen Vorträgen verwende ich häufig drei Folien, die regelmäßig von den teilnehmenden Planern mit einem Kopfnicken kommentiert werden. Insbesondere ist dies bei der zweiten Folie der Fall, die die heute gelebte Situation wiedergibt.

Der Einsatz der BIM-Methodik verlangt von allen Beteiligten einen strukturierteren Umgang mit den Daten während des gesamten Prozesses. Aber reicht es, wenn die Daten strukturierter erstellt und weitergegeben werden? Ist es nicht ebenso sinnvoll, dass alle an einem Projekt beteiligten Personen Ihre Prozesse und Abläufe strukturierter umsetzen und dabei auch neue Methoden einsetzen und auf digitale Hilfsmittel zugreifen? Outlook und Excel sind gute Werkzeuge, die aber bei einer digitalen Planung der Planung doch ein wenig überfordert sind. Die Werkzeuge sind für die meisten von Ihnen unentbehrlich, aber trotzdem schaffen Sie es nicht, effizienter mit Ihrer Zeit umzugehen, die Zahl der Besprechungen auf ein wirklich notwendiges Maß zu reduzieren und die Planung im Team transparenter zu machen.

 

Die 5 Phasen

Die Mehrzahl der Experten spricht im Rahmen von BIM von drei Phasen (Planung, Erstellung und Nutzung). Die Entwicklung und der Abriss werden nicht so beachtet. Aber gerade die Entwicklung von Gebäuden und der Übergang von der Entwicklung zur Planung sind für den Erfolg eines Projektes von entscheidender Bedeutung. Die Fehler, die dort passieren, beeinflussen den Erstellungsprozess und sind hin und wieder ein Langzeitproblem in der Nutzungsphase.

 

Der Idealfall

Die Grafik zeigt uns den BIM-Prozess im Idealfall. Jede Phase wird konsequent abgearbeitet, bevor die nächste Phase beginnt. Vielleicht gelingt es uns in Jahren, diesen Idealfall auch wirklich zu erreichen, nur momentan sind wir ziemlich weit entfernt davon.

 

Die Realität

Wenn ich als Referent diese Folie in Veranstaltungen zeige, werden die meisten Planer im Saal ruhig und geben mir mit einem Kopfnicken zu verstehen, dass ich mit meiner Folie richtig liege. Die Phasen überschneiden sich. Der Bauherr hat immer wieder neue Einfälle, die er seinem Architekten mitteilt. Dieser muss diese Änderungswünsche an die Planer kommunizieren. Hin und wieder kommen diese Änderungswünsche, wenn bereits mit der Erstellung des Gebäudes begonnen wurde. Auf der Basis dieser ständigen Planänderungen kommt es während der Erstellung eines Gebäudes zu Folgefehlern, die dann, wenn und überhaupt, noch in der Nutzungsphase beseitigt werden müssen. Diese gelebte Vorgehensweise ist nicht produktiv und führt oft zu Streitereien. Das Ziel muss es sein, die Überschneidung der Phasen auf ein notwendiges und nicht vermeidbares Maß zu reduzieren.

 

Die Zukunft

Im BIM-Prozess nimmt der Architekt bzw. der Projektleiter des Architekturbüros eine zentrale Rolle ein. Es liegt an ihm, die ersten drei Phasen so zu moderieren, dass es möglichst zu geringen Überschneidungen der Phasen kommt. Der Übergang von der Entwicklung zur Planung ist die kreativste Phase des Projektes. Besonders in dieser Zeit ist es wichtig, dass der Bauherr und der Architekt miteinander transparent, offen und – wenn es geht – online in Kontakt stehen. So bekommt der Bauherr einen Einblick in den Prozess und ein Gefühl dafür, welche Auswirkungen Sonderwünsche in der letzten Minute haben werden. Im Rahmen des BIM-Prozesses gibt es die offiziellen Dokumente AIA und BAP. Die Dokumente sind wichtig und notwendig, aber es fehlt Ihnen an Flexibilität. Man muss sich immer damit auseinandersetzen, ob die einmal vereinbarten Dokumente immer ein Gradmesser zur Zufriedenheit aller Parteien sind. Es wäre doch nicht sinnvoll, sich stur an die Dokumente zu halten und dann in der Erstellungsphase wieder mit aufwendigen Nachträgen zu arbeiten. Wichtig für die Produktivität ist, dass alle beteiligten Planer die Planung auch wirklich zum Abschluss bringen und die Erstellung ungestört abgewickelt werden kann. Während der Erstellung werden Fehler gemacht. Ganz ausschließen kann man das nie. Fehler und Folgefehler aufgrund von Planungsmängeln werden dann fast nicht mehr auftreten.

 

Die richtige Methodik und das richtige digitale Werkzeug

BIM ist ein transparenter und offener Prozess. Lean Construction ist eine ideale Methodik, wie Menschen transparent und offen diesen Prozess miteinander gestalten können. Lean4Team ist das richtige digitale Werkzeug, um die Prozesse transparent, offen, digital und online umzusetzen.

Jeder, der am Projekt beteiligt ist, bekommt einen Zugriff auf das Board. Jeder kann sofort den Status Quo des Projektes einsehen. Jedes beteiligte Unternehmen – auch der Bauherr und der Facility Manager – bekommen einen Zugang. Jeder stellt seine Aufgaben ein und jeder bekommt seine Aufgaben. Unnötige Besprechungen können entfallen. Sich nur zu treffen, um zu kommunizieren, wie weit man mit seiner aktuellen Aufgabe ist, ist überflüssig. Aber wenn der Vertreter des Bauherrn mit einer zusätzlichen Idee kommt und mehrere Fachplaner betroffen sind, dann ist es Zeit für eine Diskussion mit Anwesenheit, um gemeinsam den Aufwand abzuschätzen und abzustimmen. Die daraus wiederum resultierenden Einzelaufgaben werden dann in das Board eingefügt und können dann wieder von allen transparent und offen verfolgt werden. So bekommen Sie die Übergänge in den beiden Phasen Entwicklung und Planung in den Griff. Die Zahl der E-Mails und die Zahl der Telefonate nehmen rapide ab und die Zahl der unnötigen Besprechungen ebenfalls. Outlook und Excel werden nicht komplett überflüssig. Aber sie kommen seltener im Projekt zum Einsatz. MS Projekt war in diesen Phasen sowieso nie im Einsatz.

Mit den guten Erfahrungen, die Sie in den ersten beiden Phasen gesammelt haben, werden Sie sich auch in der Erstellungsphase für die Methodik Lean Construction und die Software Lean4Team entscheiden. Selbst die Dokumentation der Mängel und deren konsequente Abarbeitung werden Sie anschließend mit Lean4Team machen. Gelegentlich kommen die Methodik und die Software in der Nutzungsphase zum Einsatz. Spätestens dann, wenn Sie einen größeren Umbau planen. Und zu guter Letzt, wenn das Gebäude abgerissen, entsorgt oder einzelne Bauteile wiederverwendet werden, ist der Einsatz der Methodik Lean Construction und das Werkzeug Lean4Team eine vernünftige Entscheidung.